»Denn nur bis zum

Wege, bis zum

Aufbruch reicht

die Belehrung, die

Schau muß dann

selbst vollbringen,

wer etwas zu

sehen gewillt ist.«

(Plotin)

 

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Raphael

Orphik und Initiationsüberlieferung

 

126 Seiten
Leinen/Lesebändchen/Schutzumschlag
Preis: 22,- €(D)
ISBN: 978-3-943304-28-2

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Die Orphik entstand, als die vorherrschende »homerische Religion« in der griechischen Antike ihre Funktion verlor. Die Figur des Orpheus steht somit in einem Kontext der Transformation und Erneuerung des Bewusstseins. Seit der Orphik spricht man von etwas Göttlichem im Menschen, von der »Göttlichkeit« der Seele und ihrem »Fall«, aber vor allem verankert sich in Europa die metaphysische Anschauung des höchsten Seins.

Raphael präsentiert die Orphik gemäß der Überlieferung und hebt dabei den metaphysisch-initiatischen Aspekt hervor, der in den beiden Orpheus-Mythen gegenwärtig ist: Tod und »Abstieg in die Unterwelt«. Der Mythos ist keine Phantasterei, sondern ein Symbol, das als kathartisches Element eine echte Erfahrung erzeugen kann.


Abbildung auf dem Umschlag:
Orpheus von Miletus, Detail eines Mosaikfußbodens 
aus einem römischen Haus, Ende 2. Jh. n. Chr.
Foto: Johannes Laurentius/SMB Antikensammlung


 

Was kann die Orphik dem heutigen Menschen anbieten – eine Philosophie, die auf den ersten Blick weit zurückliegend erscheint, aber in Wirklichkeit die Basis des gesamten spekulativen Denkens des Westens ist?

Orpheus erneuerte den degradierten und zu einem Aberglauben reduzierten Dionysoskult, er enthüllte Wahrheiten einer geistigen Ordnung, verfasste mit der Musik eine Wissenschaft des Ritus und der Zahl und gründete die Kleinen und Großen Mysterien.

Die orphische Überlieferung ist laut Raphael die erste wahrhaft metaphysische Anschauung im Westen und kann sogar als nicht-dual (advaita) gelten, weil sie nur das Sein als absolut wirklich erachtet – mit Dionysos als einer universalen Darstellung.

Ohne Orpheus hätte Parmenides nicht das höchste Sein, Plotin nicht das absolute Eine und Platon nicht die Welt der Ideen und das Eine-Gute konzipieren können.

Die vom göttlichen Orpheus eingerichteten Mysterien repräsentieren verschiedene Seinszustände, und der Neophyt sollte die richtige Bewusstseinsposition einnehmen, anstatt den Versuch zu unternehmen, Unbeweisbares empirisch zu beweisen ... Es gibt Dinge, die keine Phänomene sind und daher nicht Gegenstand wissenschaftlicher oder empirisch-begrifflicher Beweisführung, sondern nur bewusstheitlicher Verwirklichung sein können.

Der aufmerksame Leser, Liebhaber der sophia, der die kathartische Funktion und Aktualität der orphischen Botschaft versteht und sich dieser Schrift mit vorurteilsfreiem Verstand anzunähern weiß, wird jene Wohltaten empfangen, welche die initiatische Überlieferung aller Zeiten als unerschöpfliche Quelle zu spenden vermag.



Über den Autor Raphael zu sprechen ist schwierig, weil er nach eigenen Angaben keine Geschichte, keine Vergangenheit und auch keine Erinnerungen wiederzugeben hat.

Zu einer Synthese der Erkenntnis gelangt, präsentiert der Autor als getreuer Interpret der Einheit der Überlieferung verschiedene Schriften, die an östliche und westliche Zweige der Überlieferung anschließen:

Advaita Vedanta, Qabalah, Hermetik, Alchemie, Orphik, Platonismus u.a. als Ausdrucksformen jener Philosophia perennis, die universale Wahrheiten enthält, welche nicht von menschlichem Geist formuliert worden sind und auf deren Besitz weder ein Volk noch eine Epoche Anspruch erheben kann.